Tag: Duft


Schnupfen und der Duft der ersten Liebe

Oktober 24th, 2010 — 1:55pm
© S. Hofschlaeger / PIXELIO

© S. Hofschlaeger / PIXELIO'

Mich hat es voll erwischt. Ich bin krank! Und dabei habe ich doch extra so gut aufgepasst. Ich habe mich dick angezogen, habe immer einen Schal getragen und sogar meine Mütze hatte ich schon aus der dunkelsten Ecke meines Kleiderschrankes rausgesucht. Wahrscheinlich hat es nicht gereicht, die Mütze nur rauszusuchen, sondern man sollte sie auch tragen.

Miss Beauty, du bist selbst Schuld!

Und jetzt liege ich auf der Couch, dicke Wollsocken an, mit Schal um den Hals und dick eingeschlummert in meine Kuscheldecke und neben mir eine riesengroße Kanne mit Pfefferminztee.

Der Apotheke habe ich auch schon einen Besuch abgestattet, denn zum Arzt möchte ich nicht gehen. Ich meine, drei Stunden im Wartezimmer sitzen, mich dort beim nächsten Kranken, gleich noch mal anstecken und dass dann der Arzt zur Diagnose kommt: „Ja, da haben Sie sich wohl eine schöne Erkältung eingeholt!“, also dazu brauche ich nicht zum Arzt gehen, denn zu dieser Selbstdiagnose bin ich auch schon gekommen.

Wie schon erwähnt, stattete ich der Apotheke um die Ecke einen Besuch ab. Und nun vorweg eine Frage an Euch: Kennt ihr diese unglaublichen Momente, ihr kommt an einen bestimmten Ort, ihr betretet ein Geschäft oder ihr lauft an einem fremden Menschen vorbei und dann ist da dieser Duft, dieser Duft, der euch so wahnsinnig vertraut vorkommt, dass es unheimlich ist!?

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Sommerloch

Juni 11th, 2010 — 7:48pm

Schöne neue Welt?

Ich habe ein Sommerloch. Nun, da die Temperaturen endlich verlässlich im zweistelligen Bereich sind – und parallel dazu sofort die 30°-Marke überschritten haben, sitze ich in bzw. vor meinem Lieblingscafé und – es passiert nichts – zumindest in meinem Kopf! Nichts geht mehr, ich verspüre eine – ehrlich gesagt gar nicht mal so unangenehme – Leere im Hirn. So sitze ich hier, starre Löcher in die Luft und schlürfe Kaffee. Vor mir tauchen Bilder auf, von älteren Damen, die in kleinen Seitengassen kleiner Portugiesischer Dörfer auf ihrem Stuhl neben ihrer Eingangstür sitzen und schweigend das Kommen und Gehen in ihren Gassen betrachten. Oder von alten libanesischen Fischern, die im am Hafen im Schatten eines kleinen Tee-Treffs ihre Wasserpfeife blubbern lassen und sich über die Bartstoppeln streifen, während sie den Rauch ausatmen. Der Blick, mit dem sie aus zusammengekniffenen Augen die vorbeieilenden Menschen – Touristen in der Mehrzahl – betrachten schien mir immer zu sagen: „Soso, das ist sie nun, die schöne neue Welt.“ Und wann immer ich als vorbeischlendernder Tourist so einen Blick erhaschte, habe ich mir gewünscht, von ihrer alten, vermeintlich weniger schönen Welt erzählt zu bekommen. Hat selten geklappt.

Nun sitze ich selbst wie einer dieser alten Menschen im Schatten, trinkend, rauchend, streiche mir die Bartstoppeln am nackten Bein und betrachte die Welt um mich herum aus zusammengekniffenen Augen. Denn während sich in mein Hirn das Sommerloch frisst, herrscht um mich herum geschäftiges Treiben. Der Krise und dem Sommerwetter zum Trotz leidet mein Stadtviertel unter rapide fortschreitender Gentrification. Hochmotivierte Kleinbürger, die sich für die Avantgarde der Stadt halten, infiltrieren meine Umgebung, eröffnen Läden mit bunter Mode, die schlecht verarbeitet ist, oder Shops für überflüssige Accessoires, die ihre Coolness daraus ziehen, dass auf jedem Stück „FUCKU…“ draufsteht, oder mit neuen Cafés, die schlechten Service mit schlechtem Kaffee verbinden und verteilen Unmengen an Werbebroschüren in schlechtem Design, die falsch geschrieben sind. Continue reading “Sommerloch” »

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Etymologie

April 23rd, 2010 — 4:16pm

Etymologische Spurensuche

Hmm… ich bin dezent irritiert: Auf meiner Suche nach frischem Vokabular für diese Zeilen bin ich auf eine verstörende Leerstelle der deutschen Sprache gestoßen: Im Deutschen findet sich zum Wort „Duft“ eigentlich nur eine Alternative: „Wohlgeruch“. Das klingt dann doch ein wenig zu verstaubt für mich.

Und für den professionell erstellten Wohlgeruch findet sich im Deutschen nur ein einziger Begriff: Parfum (in verschiedenen Schreibweisen) – und der ist genau genommen französisch. Und noch genauer genommen lateinisch. Doch dazu später mehr.

Während der deutschen Wortschatz also äußerst karg ist, um positiv empfundene Gerüche zu umschreiben, bieten die anderen Sprachen wunderschöne Kreationen. Continue reading “Etymologie” »

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I Am Just An Old-Fashioned Girl

April 20th, 2010 — 5:56am

Outdoor-Coffee-Drinking

Ich persönlich bin ja eher Technologie träge – was ja einer gewissen Ironie nicht entbehrt – schließlich verdiene ich nun schon seit Jahren meinen Lebensunterhalt im Internet. Aber während meine Freunde fröhlich mit dem Handy surfen, bin ich froh, wenn ich die Foto-Funktion meines Telefons in weniger als 90 Sekunden finde. Um mich herum scheinen alle vom morgendlichen Zähneputzen bis zum Einschlafen durchgehend ihren MP3-Player fest in den Ohren verankert zu haben, während mein Musikgenuss auf das abendliche Einlegen einer CD reduziert ist. Alle Welt scheint aller Welt die Farbe der eigenen Unterhose zuzutwittern, während ich in traditionellen, bunten Magazinen aus echtem Papier blättere und so in Sachen Unterhosenfarbe nur auf dem Stand der vergangenen Woche bin.

Auch Freundschaften scheinen sich nicht mehr auf die altmodische Weise allmählich zu entwickeln, sondern virtuelle Bekannte bitten einander, ob sie sich nicht gegenseitig als Freund hinzufügen dürfen, um so die stolz im Netz gepostete Anzahl der Freunde in schwindelerregende Höhe zu treiben.

Mag sein, dass aus mir der schiere Neid spricht, aber wer braucht denn 378 Freunde? Und wodurch zeichnen diese sich aus? Dadurch, dass man ihre intimsten Urlaubsfotos ansehen darf? Sie einem mitteilen, welcher absurden Gruppe (z.B. die „Der blaue Elefant und die Maus aus der Sendung sind doch schwul, oder? Vereinigung“) sie gerade beigetreten sind? Continue reading “I Am Just An Old-Fashioned Girl” »

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Hundling!

April 8th, 2010 — 3:46am

Ohne weitere Worte

Ich saß über die Osterfeiertage mit ein paar Freundinnen zusammen und folgende Geschichte wurde erzählt:

„Ich hatte vor einiger Zeit einen Termin bei einem Kunden und wir saßen über Eck an einem Tisch, da ich ihm einige Papiere im Detail erklären wollte. Wir wurden uns relativ schnell einig, was mich sehr freute. Was mich allerdings weniger freute, doch sehr irritierte, war, dass er seine Zustimmung zu meinen Vorschlägen durch eine Art väterliches Knietätscheln untermalte. Continue reading “Hundling!” »

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Der Tag der toten Katze

April 2nd, 2010 — 3:52pm
Stairway To Heaven

Stairway To Heaven

Mein persönliches Küchendrama (siehe Landluft…) hat mich an ein weiteres Drama erinnert, das schon über 10 Jahre zurückliegt.

Als Studentin lebte ich eine Weile in einer alten Villa im Osten Londons. Es war ein heruntergekommenes Haus, ehemals mit reichlich Grandeur, das nun recht kläglich in einzelne Appartements aufgeteilt war. Die schönen großen Räume mit vier Metern Deckenhöhe, reichlich Stuckverzierung, riesigen Kaminen und fantastischen großen Fenstern waren jeweils mit einer winzigen, hässlicher Nasszelle und kleiner Billig-Küchenzeile ausgestattet – ein bizarrer Kontrast, allerdings nicht ganz ohne Charme. Besonders toll war aber der Eingang des Hauses: ein paar Stufen führten hinauf auf eine Veranda, von der aus man einen kleinen Park überblickte und wo man bei einem kühlen Dosenbier den Sonnenuntergang genießen konnte. Was ich recht häufig tat, meist mit meinem Nachbarn, einem netten Kerl vom Typ unbeschwerter Australischer Surfer-Boy, gutaussehend, mit sonnengebleichtem Haar und breitem Grinsen, der grundsätzlich mit nacktem Oberkörper herumlief und immer irgendwo auf dem Bau arbeitete.

Als ich an einem schönen Sommerabend heimkam, erwartete mich auf den Stufen nicht etwa mein Nachbar, sondern ein wirklich übler Geruch. Schon am Abend zuvor hatte es irgendwie intensiv fischig gerochen, aber ich hatte das auf die übervollen Mülltonnen vor der Tür in Kombination mit dem typisch stickigen Londoner Sommer geschoben. An diesem Abend war der Geruch allerdings buchstäblich atemberaubend und ich vermied es zu atmen, während ich die Treppen zu meinem Appartement hochlief. Kaum hatte ich den Schlüssel in mein Schloss gesteckt, als sich die Tür von Surfer-Boy öffnete, der fragte: „Riechst du das?“

Was für eine Frage! Mein Mageninhalt machte sich gerade auf den Weg gegen die Schwerkraft. Wir beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.

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Landluft…

März 27th, 2010 — 7:37pm

Ohne Worte

Ich weiß, ich habe länger nichts hören lassen, aber habe tatsächlich einen halbwegs guten Grund. Die Geschichte begann folgendermaßen:

Eines Abends kam ich nach Hause und auf dem Weg durch die Küche stand ich plötzlich im Wasser. Ein Blick nach unten und ich sah eine riesengroße Pfütze.

Oh nein, dachte ich, der neue Kühlschrank! Ich ging also auf die Knie und fummelte unterm Kühlschrank rum, da war aber alles trocken.

Oh nein oh nein, dachte ich, die Spülmaschine! Rutschte also Richtung Spülmaschine, aber da schien auch alles gut. Mit viel roher Gewalt und etwas Geschick entfernte ich die Frontblenden unter Spülmaschine und angrenzenden Einbauschränken, robbte mit Taschenlampe gewappnet auf dem Bauch herum, um auch in die hinterste Ecke zu sehen, aber auch da: alles trocken. Verwirrt setzte ich mich auf und starrte die Wasserlache an, die aus dem Nichts in meine Küche gezaubert schien, als PLOPP! ein dicker Tropfen in die Mitte der Pfütze platschte. Langsam hob ich den Blick Richtung Decke: und wahrlich, aus demselben Loch, aus dem die Kabel für meine Lampe kamen, kam auch das Wasser. Nach einer Blitzvision, wie ich in meiner eigenen Küche gegrillt werde, sprang ich auf und schaltete sofort das Licht aus – und dann hoch zum Nachbarn über mir. Ein mir bis dato unbekannter Mann öffnete auf mein eindringliches Klingeln, bat mich nach einer kurzen Vorstellung meiner Person und bildlichen Schilderung des Zustands meiner Küche herein und in seine Küche – aber dort war alles trocken. Continue reading “Landluft…” »

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Frühling!

März 19th, 2010 — 7:55pm

 

Frühling in der Stadt

 

Es ist vollbracht, die Sonne lacht – und wir auch! Endlich, endlich raus aus den Parkas und Felljacken, weg mit den Mützen und Handschuhen und die Stiefel werden gegen Pumps und Sneaker getauscht.

Bei den Schals ersetzt Baumwolle den Kaschmir und die Sonnenbrillen werden entstaubt.

Die Sonne kitzelt auf der Nase, der Wind weht durch’s Haar und sämtliche Lebensgeister werden geweckt. Jetzt wissen wir: nicht mehr lang und wir tragen Kleider ohne lästige Strumpfhosen, mittags ziehen wir die Jacke aus, nehmen die Schuhe in die Hand und spazieren barfuß durch’s Gras – oder lassen gar die Füße ins Wasser baumeln!

Jedes Jahr auf’s neue sind Januar und Februar bei  mir von der Frage geprägt, was zur Hölle ich in diesen Breitengraden mache?! Ich bin mir sicher, meine Geburt in diesen Gefilden war ein schrecklicher Fehler, für mich war definitiv ein Geburtsort jenseits der Alpen geplant. Der blöde Klapperstorch hat sich verflogen! Bin ja ein Novemberkind – wahrscheinlich hat ein früher Schneesturm das arme Tier vom Kurs abgebracht und weil der Storch merkte, dass er es mit dem Gepäck nicht zurück in den Süden schafft, hat er mich einfach unterwegs fallen gelassen. Continue reading “Frühling!” »

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Hello Cowboy!

März 16th, 2010 — 3:18pm

 

Hello Cowboy

 

Nachdem ich ja so entzückendes Feedback von den Herren der Schöpfung bekommen habe, hier mal was für die Jungs:

Es heißt ja immer, den traditionellen, maskulinen Typ Männer fänden Frauen heutzutage nicht mehr attraktiv. Angesagt seien stattdessen verständnisvolle Zuhörer, gute Köche und kinderliebe Väter, traditionelle Verhalternsmuster seien total out. Stimmt nicht. Frauen stehen nach wie vor auf echte Männer, cool, wortkarg, geheimnisumwittert und mit vertrauenserweckend breiten Schultern. Sie sollten nur eben zudem verständnisvolle Zuhörer, gute Köche und kinderliebe Väter sein. Das ganze Paket – nicht entweder oder, sondern beides! Continue reading “Hello Cowboy!” »

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Das Leben ist kein Ponyhof

März 10th, 2010 — 6:25pm

 

Das Leben ist kein Ponyhof

 

Diesen Satz sagen manche Menschen gern, um weitere Diskussionen zu unterbinden, zum Beispiel nachdem sie anderen Menschen gerade unangenehme Arbeiten aufgetragen haben.
„Das Leben ist kein Ponyhof“ soll heißen, man kann sich nicht immer aussuchen, wie die Dinge sich entwickeln, das Leben ist nicht immer so, wie man es sich wünscht. Eigentlich bedeutet dieser Satz: „Das Leben ist nun mal mies. Hör gefälligst auf, Dich darüber zu beklagen.“

Ich mag diesen Satz nicht. Wenn das Leben mies ist sollte man sich beklagen und etwas dagegen tun. Continue reading “Das Leben ist kein Ponyhof” »

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