27. April 2010 — 10:54pm

Bloody Mary
Ich hatte ja mal in einem Nebensatz angekündigt, meine Erfahrungen in Sachen Körperenthaarung mit der Welt zu teilen. Tatsächlich bin ich nun wiederholt gefragt worden, wann ich mich diesem Thema nun widmen würde. Was mich nicht erstaunt: in den letzten Jahren ist das Thema Enthaarung irgendwie groß raus gekommen und zu einem Hauptanliegen in Sachen Schönheitspflege geworden.
Körperenthaarung und Intimenthaarung ist ein wahrer Trend – Magazine schreiben wiederholt Artikel darüber, Studios in den Innenstädten nehmen sich der Sache professionell an, ganze Romane widmen sich dem Thema, und in Internetforen werden die angesagten Formen und Formate der Restbehaarung eifrig diskutiert: Erinnert der Brazilian Look zu sehr an Tiefkühlgeflügel? Welche Frisur passt zu meinem Piercing? Färben: ja oder nein? Und wenn ja, womit? Landing-Strip pro und contra? (Die Contras argumentieren nicht ganz untreffend mit dem Hitler-Bärtchen, nach dem Motto: „Ich will doch keine Führer- F***e!) Sollen Männer auch enthaaren? Und wenn ja wieviel und wo? Etc., etc. Continue reading “Enthaarungs-Wahnsinn” »
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23. April 2010 — 4:16pm

Etymologische Spurensuche
Hmm… ich bin dezent irritiert: Auf meiner Suche nach frischem Vokabular für diese Zeilen bin ich auf eine verstörende Leerstelle der deutschen Sprache gestoßen: Im Deutschen findet sich zum Wort „Duft“ eigentlich nur eine Alternative: „Wohlgeruch“. Das klingt dann doch ein wenig zu verstaubt für mich.
Und für den professionell erstellten Wohlgeruch findet sich im Deutschen nur ein einziger Begriff: Parfum (in verschiedenen Schreibweisen) – und der ist genau genommen französisch. Und noch genauer genommen lateinisch. Doch dazu später mehr.
Während der deutschen Wortschatz also äußerst karg ist, um positiv empfundene Gerüche zu umschreiben, bieten die anderen Sprachen wunderschöne Kreationen. Continue reading “Etymologie” »
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20. April 2010 — 5:56am

Outdoor-Coffee-Drinking
Ich persönlich bin ja eher Technologie träge – was ja einer gewissen Ironie nicht entbehrt – schließlich verdiene ich nun schon seit Jahren meinen Lebensunterhalt im Internet. Aber während meine Freunde fröhlich mit dem Handy surfen, bin ich froh, wenn ich die Foto-Funktion meines Telefons in weniger als 90 Sekunden finde. Um mich herum scheinen alle vom morgendlichen Zähneputzen bis zum Einschlafen durchgehend ihren MP3-Player fest in den Ohren verankert zu haben, während mein Musikgenuss auf das abendliche Einlegen einer CD reduziert ist. Alle Welt scheint aller Welt die Farbe der eigenen Unterhose zuzutwittern, während ich in traditionellen, bunten Magazinen aus echtem Papier blättere und so in Sachen Unterhosenfarbe nur auf dem Stand der vergangenen Woche bin.
Auch Freundschaften scheinen sich nicht mehr auf die altmodische Weise allmählich zu entwickeln, sondern virtuelle Bekannte bitten einander, ob sie sich nicht gegenseitig als Freund hinzufügen dürfen, um so die stolz im Netz gepostete Anzahl der Freunde in schwindelerregende Höhe zu treiben.
Mag sein, dass aus mir der schiere Neid spricht, aber wer braucht denn 378 Freunde? Und wodurch zeichnen diese sich aus? Dadurch, dass man ihre intimsten Urlaubsfotos ansehen darf? Sie einem mitteilen, welcher absurden Gruppe (z.B. die „Der blaue Elefant und die Maus aus der Sendung sind doch schwul, oder? Vereinigung“) sie gerade beigetreten sind? Continue reading “I Am Just An Old-Fashioned Girl” »
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10. April 2010 — 3:32pm

This way up
Am gleichen, wunderschönen Abend mit meinen Freundinnen, an dem auch die Geschichte vom Hundling erzählt worden war, wurde auch folgende Geschichte zum Besten gegeben:
„Vor etlichen Jahren arbeitete ich für eine große amerikanische Firma, in der die Jahresberichte der großen börsennotierten Firmen erarbeitet wurden. Meine Aufgabe war es, Europäische Kunden, insbesondere Deutsche Kunden, zu betreuen. Ich war also mit einer Gruppe Vorstände eines Unternehmens (sowohl das Unternehmen, als auch die betreffenden Herren wurden an diesem Abend explizit benannt, ich werde das hier allerdings nicht tun. Anm. Miss Firefly) in unserer Firma unterwegs, um sie in den Konferenzraum in einem anderen Stockwerk zu begleiten. Als wir den Aufzug betraten, stand dort bereits ein hohes Tier meiner Firma: die Chefin für den gesamten Bereich Europa und Asien. Ich stieg als letztes ein und nickte ihr zu. Während der Fahrt nach oben bemerkte ich plötzlich eine Hand unter meinem Rock. Continue reading “Die Waffen einer Frau” »
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8. April 2010 — 3:46am

Ohne weitere Worte
Ich saß über die Osterfeiertage mit ein paar Freundinnen zusammen und folgende Geschichte wurde erzählt:
„Ich hatte vor einiger Zeit einen Termin bei einem Kunden und wir saßen über Eck an einem Tisch, da ich ihm einige Papiere im Detail erklären wollte. Wir wurden uns relativ schnell einig, was mich sehr freute. Was mich allerdings weniger freute, doch sehr irritierte, war, dass er seine Zustimmung zu meinen Vorschlägen durch eine Art väterliches Knietätscheln untermalte. Continue reading “Hundling!” »
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2. April 2010 — 3:52pm

Stairway To Heaven
Mein persönliches Küchendrama (siehe Landluft…) hat mich an ein weiteres Drama erinnert, das schon über 10 Jahre zurückliegt.
Als Studentin lebte ich eine Weile in einer alten Villa im Osten Londons. Es war ein heruntergekommenes Haus, ehemals mit reichlich Grandeur, das nun recht kläglich in einzelne Appartements aufgeteilt war. Die schönen großen Räume mit vier Metern Deckenhöhe, reichlich Stuckverzierung, riesigen Kaminen und fantastischen großen Fenstern waren jeweils mit einer winzigen, hässlicher Nasszelle und kleiner Billig-Küchenzeile ausgestattet – ein bizarrer Kontrast, allerdings nicht ganz ohne Charme. Besonders toll war aber der Eingang des Hauses: ein paar Stufen führten hinauf auf eine Veranda, von der aus man einen kleinen Park überblickte und wo man bei einem kühlen Dosenbier den Sonnenuntergang genießen konnte. Was ich recht häufig tat, meist mit meinem Nachbarn, einem netten Kerl vom Typ unbeschwerter Australischer Surfer-Boy, gutaussehend, mit sonnengebleichtem Haar und breitem Grinsen, der grundsätzlich mit nacktem Oberkörper herumlief und immer irgendwo auf dem Bau arbeitete.
Als ich an einem schönen Sommerabend heimkam, erwartete mich auf den Stufen nicht etwa mein Nachbar, sondern ein wirklich übler Geruch. Schon am Abend zuvor hatte es irgendwie intensiv fischig gerochen, aber ich hatte das auf die übervollen Mülltonnen vor der Tür in Kombination mit dem typisch stickigen Londoner Sommer geschoben. An diesem Abend war der Geruch allerdings buchstäblich atemberaubend und ich vermied es zu atmen, während ich die Treppen zu meinem Appartement hochlief. Kaum hatte ich den Schlüssel in mein Schloss gesteckt, als sich die Tür von Surfer-Boy öffnete, der fragte: „Riechst du das?“
Was für eine Frage! Mein Mageninhalt machte sich gerade auf den Weg gegen die Schwerkraft. Wir beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.
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